Bericht 002; 20. Stäljmun Herrenkoog-Triathlon: Tausende Zuschauer säumten die Strecken im Herrenkoog und in Niebüll/ André Beltz und Maren Ernst Landesmeister über die Mitteldistanz
Premiere mit kleinen Mängeln und sehr viel Wind
Von Wolfgang Pustal
Glücklich waren sie alle im neuen Ziel am Marktplatz in Niebüll nun ja, fast alle. Die Herausforderungen des 20. Stäljmun der Spar- und Leihkasse zu Bredstedt AG Herrenkoog Triathlons am Sonnabend waren diesmal schon sehr besonderer Art, für die Organisatoren und die fast 800 Triathletinnen und Triathleten. Die Organisatoren mussten die große Distanz zwischen dem Start im Herrenkoog und dem Ziel in Niebüll logistisch bewältigen bei den drei Rennen über die Jedermann-Distanz (500 Meter Schwimmen, 22 Kilometer Rad fahren, 5 Kilometer Laufen), die Olympische Distanz (1,5 km, 42 km, 10 km) und die Mitteldistanz (2 km, 88 km, 20 km). Die Sportler hatten in diesem Jahr mit den etwas unterkühlten Temperaturen und vor allem mit einem heftigen Wind auf der Radstrecke zu kämpfen. Am Ende durften aber alle jubeln und einer ganz besonders: André Beltz (Gut Heil Itzehoe) gewann nicht nur das Rennen über die Mitteldistanz in 4:11:22 Stunden, sondern wurde auch neuer Landesmeister der Schleswig-Holsteinischen Triathlon Union (SHTU). Bei den Frauen reichte Maren Ernst vom USC Kiel ein 7. Platz in 5:08:47 Stunden zum Titel der Landesmeisterin 2010. Den Sieg beim 20. Stäljmun über diese Distanz sicherte sich die Dänin Helene Pallesen aus Silkeborg in 4:46:36 Stunden.
Das hat mir sehr gut gefallen. Die Laufstrecke war deutlich abwechslungsreicher und die Stimmung toll, aber über den Wind müssen wir noch einmal reden, freute sich Beltz im Ziel über seinen ersten Landestitel im Triathlon bei seinem fünften Start im Herrenkoog. Eigentlich startet der Triathlet für Gut Heil Itzehoe in der 2. Bundesliga über die Olympische Distanz. Schon Beim Schwimmen distanzierte Beltz die Konkurrenz deutlich, hatte auf dem Rad aber einige Probleme mit Krämpfen und wurde bei Kilometer 70 von zwei Athleten überholt. Das korrigierte der 31-Jährige aber schnell wieder auf der Laufstrecke. Nach 7 Kilometern habe ich wieder die Führung übernommen, so Beltz. Die baute er dann bis ins Ziel auf fast fünf Minuten aus und gewann in 4:11:20 Stunden vor Sven Schulze (4:16:08) vom PSV Eutin und dem Dänen Thorstein Gystadt (4:16:43) aus Silkeborg. Bei den Frauen bestimmten, wie schon im letzten Jahr, die Däninnen das Rennen. Im Ziel lag Helene Pallesen vom SMT Silkeborg in 4:46:36 Stunden knapp vor ihrer Landsmännin und Vorjahreszweiten Betina Schmidt (4:47:22) aus Aarhus, die Vanessa Uhlig (4:47:23) aus Hamburg nur um eine Sekunde schlug.
Es war eine Premiere und ist dafür sehr gut gelaufen. Die große Entfernung der beiden Wechselzonen im Herrenkoog und in Niebüll bringt Probleme mit sich. Es gibt noch einiges, was verbessert werden kann, aber es gab nichts, was Einfluss auf das Rennen genommen hat bis auf den Wind, zog Uwe Euskirchen, Kampfrichterwart und Sportwart der SHTU, auch für den Landesverband bei seiner Premiere in Niebüll ein positives Fazit. Euskirchen hatte mit seinen fünf Kampfrichterinnen und -richtern ein wachsames Auge auf die Athletinnen und Athleten gerichtet. Drei Kampfrichter waren auf Motorrädern auf der Radstrecke unterwegs, um Windschattenfahren zu unterbinden. Sie sprachen insgesamt vier Zeitstrafen über jeweils vier Minuten aus. Beim SHTU kann man sich vorstellen, die Landesmeisterschaften über die Mitteldistanz, die bislang nur in Ratzeburg stattfand, nun im Wechsel auch im Herrenkoog durchzuführen. Das ist es was wir wollen, so Euskirchen.
Die aufgetretenen Probleme sprach auch Peter Brodersen bei seinem Resümée der Jubiläumsveranstaltung seines Stäljmuns an. Das mit den Tüten für die Athleten war noch nicht optimal. Bei 90 Prozent war es in Ordnung, aber bei 10 ist es schlecht gelaufen das ist zu viel! Einige habe auf ihre Sachen waten müssen oder sie nicht in der Wechselzone gefunden, blieb dem Chef-Organisator der Unmut einiger Teilnehmer nicht verborgen. Sie mussten teilweise in geliehenen Schuhen laufen oder auf der Laufstrecke falsch eingewiesen. Auch auf der Radstrecke gab es Probleme beim Zählen der Runden. Das müssen die Athleten selbst machen, denn wir können ihnen nicht bei Tempo 40 Bänder um den Hals hängen wie beim Laufen, gab Brodersen zu bedenken. Aber auch sein Fazit fiel sehr positiv aus. Wenn man bedenkt, dass wir sehr viel neu gemacht haben, ist es gut gelaufen. Aber wir wollen noch mehr Zufriedenheit, will sich Peter Brodersen noch nicht festlegen, wie und wo der Stäljmun 2011 ablaufen wird. Da muss ich erst noch einige Leute hören, bevor wir uns entscheiden. Niebüll ist eine Sportstadt und wir wollen den Sport dahin tragen, wo die Menschen sind. Es kann sein, dass wir es nicht jedes Jahr hier machen, aber eine Wiederholung ist nicht ausgeschlossen.
Für das wirklich große Problem der Triathletinnen und Triathleten auf allen drei Distanzen beim Stäljmun 2010 konnten aber Brodersen und seine rund 150 Helfer nichts dem heftigen Wind. Gegen den mussten die rund 800 Teilnehmer ganz allein kämpfen. Von war das hart bis mörderisch war hier alles zu hören. Sehr zufrieden war Brodersen mit den Teilnehmerzahlen bei der Mitteldistanz mit zirka 170 Einzelstartern und 30 Staffeln und der Olympischen Distanz mit zirka 140 Einzelstartern. Deutlich weniger Teilnehmer als noch 2009 entschieden sich für die Jedermann-Distanz. Hier hatten nur gut 50 Frauen, 150 Männer und 70 Staffeln gemeldet. Am Ende gingen auch die nicht alle ins Rennen. Das lag wohl nicht zuletzt an der geringen Wassertemperatur von 17 Grad und dem schlechten Wetter der letzten Tage. Das hat wohl viele Sportler abgehalten, mutmaßte auch Brodersen.
Den Siegern im Ziel war das egal, die ließen sich von den vielen Zuschauern feiern. Die Moderatoren Peter Brodersen beim Schwimmen im Herrenkoog und Hans-Erich Jungnickel und Bernhard Vogel im Zielbereich in Niebüll sorgten für zusätzliche Anfeuerung und ließen so die Strapazen schnell vergessen. Auf der Olympischen Distanz (1,5 km, 42 km, 10 km) siegte Jens Kulenkamp von den Triabolos Hamburg in 2:14:25 vor Jacob Pallsen (2:15:52) aus Odense und dem Vorjahreszweiten Andreas Schönrock (2:16:45) aus Gelting. Bei den Frauen siegte Imke Ölerich vom PSV Bonn in 2:32:38 vor Ulrike Petersen (2:32:55) von der AG Athletico Büdelsdorf und Britta Neumann (2:41:42) von Tri-Sport Lübeck.
Bei den Jedermännern (500m/21km/5km) blieb in diesem Jahr nur einer unter der Schallgrenze von einer Stunde. Niels Asbjørn Schuldt von Trias Flensburg, schon mehrfach im Herrenkoog erfolgreich, kam als Erster auf dem Rad in Niebüll an und gewann nach dem Laufen mit klarem Vorsprung in 59:53 vor Bastian Maaß (1:03:16) vom Team Erdinger aus Preetz und seinem Vereinskollegen Torben Bennecke (1:03:24). Bei den Frauen lag am Ende Elena Janßen, ebenfalls Trias Flensburg, in 1:12:28 vor Lena Schülke (1:13:31) von Gut Heil Itzehoe und Judith Wolfram (1:16:56) vom 1. Tri Club Padeborn.
Trotz aller Mängel, unter denen einige Sportler zu leiden hatten, gab es am Ende des ereignisreichen Tages wieder einmal Lob von allen Seiten für Peter Brodersen und sein Team und das vor allem von den Triathletinnen und Triathleten. Peter, das hast Du gut gemacht, Super gemacht, ganz klasse, wir kommen wieder hieß es von allen Seiten. Das Lob tat ihm sichtbar gut und war Entschädigung für die Strapazen der letzten Wochen. Wir haben den neue Anlauf erfolgreich bestanden und wollen jetzt eine wunderbare Feier machen, leitete Peter Brodersen nach der Siegerehrung im Friesen-Center über zur vierten Disziplin des Tages.
Bericht 001; 20. Stäljmun Herrenkoog-Triathlon: 4. Kinder- und 1. Veteranen-Triathlon am Freitag litten sehr unter widrigen Bedingungen
Kids und Oldies trotzten fröhlich Regen und Wind
Von Wolfgang Pustal
Noch Minuten vor der eigentlichen Startzeit um 17.00 Uhr stand der 4. Kinder-Triathlon des Stäljmun am Freitag auf der Kippe. Es regnete unaufhörlich wie aus Kübeln, die Veranstalter wussten nicht so richtig, was sie jetzt machen sollten. Eine Besprechung mit Eltern und Kindern brachte schnell die Entscheidung sie sprachen sich fast geschlossen für einen regulären Start aus. Nur einige Kinder verzichteten auf das Schwimmen und ganz wenige wegen eines schlechten Bauchgefühls ganz auf den Start. Am Ende wurde der 4. Kinder-Triathlon wohl der bislang anspruchsvollste und interessanteste und auch einer der fröhlichsten. Peter Brodersen und Bernhard Vogel moderierten das Rennen über 100 Meter Schwimmen, 5 Kilometer auf dem Rad und 1000 Meter Laufen gewohnt locker und sorgten für viel Anfeuerung an der Strecke. Wir machen das Beste daraus. So ein Schiedwetter hatten wir noch nie, konnte sich Brodersen in den zurückliegenden 19 Jahren nicht an solch einen sintflutartigen Regen erinnern. Schwimmen ist ja nicht das Problem, Ihr seid ja schon nass, flachste er.
Den Kindern schien das wenig auszumachen. Schon 10 Minuten vor dem Start standen sie am Seeufer, umringt von ihren unter Regenschirmen Schutz suchenden Eltern. Und dann durften die kleinen Triathletinnen und Triathleten endlich loslegen. Die wenigen Kinder, die auf das Schwimmen verzichteten, konnten dann nach den ersten in der Wechselzone ebenfalls ins Rennen eingreifen.
Gefahr drohte vor allem auf der glatten Radstrecke. Peter Brodersen fuhr voraus, und zahlreiche Feuerwehrleute und Sanitäter passten auf der Strecke auf. Nur ein Radfahrer der insgesamt 47 Teilnehmer stürzte und musste von den Sanis mit Schürfwunden an beide Knien versorgt werden. Felix bekommt nachher eine große Naschtüte, tröstete Vogel. In der Wechselzone herrschte beim ersten Wechsel ein wahres Chaos, zum Teil kümmerten sich gleich Eltern und Großeltern um das Ausziehen, Abtrocknen und Umziehen. Vor allem der Helm war Pflicht.
Im Ziel lagen die Älteren natürlich um Längen vor den Jüngeren. Der 14-Jährige Moritz Petersen aus Wyk auf Föhr sorgte in 17:50 Minuten für die Bestzeit vor Johannes-Peter Jepsen (Neukirchen, 19:00), Philipp Bolz (LAV Husum, 20:02), Erik Hertel (TSV Munkbrarup, 20:14) und Finn Albers (TV Grundhof, 20:37). Dann kamen auch schon die ersten Mädchen. Yasmin Bolz (LAV Husum, 20:40) sicherte sich knapp vor Frederike Petersen (Wyker TB, 20:49), Nele Niemann (LAV Husum, 21:01), Nia Carstensen (TSV RW Niebüll, 21:48) und Kerrin Jannsen (B&T-Team Niebüll, 22:52) den Sieg. Auch die kleinste, jüngste und weitgereiste Teilnehmerin, Mia Großmann aus Lübeck, kam in 36:39 Minuten wohlbehalten ins Ziel.
Bei der Siegerehrung gab es für jeden einen Medaillen, eine Urkunde, kleine Geschenke, eine Naschtüte, spendiert von Nielsen-Discount aus Süderlügum, und natürlich viel Applaus. Ihr ward alle ganz toll! Eure Eltern konnten sich heute bei Euch etwas abschauen, gab es von Bernhard Vogel auch noch ein Extralob. Als Sonderpreis wurde unter allen Kindern ein Fahrrad von Fahrrad Wollesen verlost. Das konnte Maike Wollesen an Paul Mahler von der LG Kehdingen überreichen.
Kurz danach gingen elf Veteranen auf die für die Oldies doppelt so lange Strecke (200 m/10 km/2 km). Von den drei Frauen siegte Heinke Schröder aus Bordelum in 40:51 Minuten vor Helene Seger (Risum-Lindholm, 46:40) und Maren Großmann (Lübeck, 55:20). Schneller als die Siegerin war bei den Herren nur Sigurd Fabig aus Oster-Ohrstedt in 37:23 Minuten. Dahinter belegten Jan Bahr (MTV Leck, 42:34), Christoffer Friedemann (TSV RW Niebüll, 44:33), Jürgen Bruhn (B&T-Team 46:25), Heino Thomsen (B&T-Team, 46:26), Frank Jensen (MTV Leck, 46:26), Gerd Larsen (Friedrichstädter Rudergesellschaft, 49:18) und Andreas Großmann (Lübeck, 55:20). Die weiteren Plätze. Pechvogel des Abends war Frank Jensen, der bei seinem 19. Start im Herrenkoog zum ersten Mal einen Plattfuß auf der Radstrecke erlitt. Zum Abschluss spendierte Peter Brodersen allen Oldies ein willkommenes Bier.
Ergebnisse des 4. Stäljmun Kinder-Triathlons (100m/5km/1000m):
Mädchen: 1. Yasmin Bolz (LAV Husum, 20:40), 2. Frederike Petersen (Wyker TB, 20:49), 3. Nele Niemann (LAV Husum, 21:01), 4. Nia Carstensen (TSV RW Niebüll, 21:48), 5.Kerrin Jannsen (B&T-Team, 22:52), 6. Marianne Kulling (Tolk, 23:16), 7. Marie Weinbach (TSV RW Niebüll, 23:26), 8. Saskia Vollmer (SSV Schafflund, 23:59), 9. Rilana Lützen (Tinningstedt, 24:38), 10. Julia Bruhn (B&T-Team, 25:01).
Jungen: 1. Moritz Petersen (Wyker TB, 17:50), 2. Johannes-Peter Jepsen (Neukirchen, 19:00), 3. Philipp Bolz (LAV Husum, 20:02), 4. Erik Hertel (TSV Munbrarup, 20:14), 5. Finn Albers (TV Grundhof, 20:37), 6. Tilo Mahler (LG Kehdingen, 22:13), 7. Philip Benthien (Trias Flensburg, 22:34), 8. Niklas Bruhn (B&T-Team, 23:11), 9. Simon Oldsen SV Frisia 03 Risum-Lindholm, 23:19), 10. Hannes Petersen (TSV Ladelund, 23:29). )






